(2/6) „Lithium“: Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Im ersten Teil unserer Reihe wurde erläutert, dass Lithium – Energiespeicher schwere Schäden und Verletzungen verursachen können. Befassen wir uns nun damit, was getan werden kann um die Gefährdungen abzuwenden.

Prinzipiell sind Lithium-Akkus bei sachgemäßer Handhabung, unter den vom Hersteller angegebenen Parametern, bei der Verwendung weitestgehend sicher. Es sind folgende organisatorische Aspekte zu beachten:

  • Es dürfen nur unterwiesene Personen mit Li-Ionen Akkus umgehen
  • Betriebsanleitung / Sicherheitsdatenblatt des Herstellers beachten
  • Im Bedarfsfall ist persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu benutzen (u. a. Gesichtsschutz, geeignete Handschuhe und Arbeitskleidung).

Ferner muss sorgfältig mit Lithium Batterien umgegangen werden, dies bedeutet in der Praxis:

  • Li-Akkus vor mechanischer Belastung (Stöße, Stürze, Vibrationen) schützen.
  • Batteriepole vor Kurzschluss schützen.
  • Li-Akkus regelmäßig auf Beschädigungen kontrollieren: Sind Anzeichen von Rauch-, Hitze-, Geruch-, Geräuschentwicklung oder Deformation erkennbar – den Akkumulator vom Gerät trennen und umgehend an einen sicheren Aufbewahrungsort (z. B. feuerbeständigen Behälter oder Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien) ablegen. Weiteres Handling nur mit geeigneter PSA durch entsprechende Fachkräfte (u. a. Gesichtsschutz, geeignete Handschuhe und Arbeitskleidung).

Lagerung und Nachladen in feuerbeständig bzw. räumlich abgetrennten Räumen oder Bereichen.

  • Einhaltung einer baulichen oder räumlichen Trennung (mind. 2,5 m[1]) zu anderen brennbaren Materialen, falls keine automatische Löschanlage vorhanden ist
  • Lagerung in feuerbeständig abgetrennten Bereichen oder mit Einhaltung eines Sicherheitsabstands (räumliche Trennung von 5 m1)
  • Mischlagerung mit anderen Produkten ist nicht zulässig
  • Lagerraum ausreichend belüften (Schutzmaßnahmen entsprechend der Beurteilung im Explosionsschutzdokument beachten)
  • Bereitstellung geeigneter Feuerlöscher (Schaum- oder CO2 -Löscher)
  • Auf keinen Fall darf Feuchtigkeit in den Akku gelangen, weil diese zu einem Kurzschluss führen kann.

Während des Ladevorgangs werden folgende Schutzmaßnahmen empfohlen

  • Ausschließlich Lagerung von Batterien mit Prüfungsnachweis nach UN 38.3 (Prototypen nur in Ausnahmefällen und mit Gefährdungsbeurteilung)
  • Li-Akkus nicht unmittelbar und dauerhaft hohen Temperaturen aussetzen – kühl und trocken entsprechend der Herstellerangaben lagern.
  • Während des Ladevorgangs den Akku in eine feuerfeste Wanne oder Unterlage stellen.
  • Lithium – Energieträger sind möglichst weit entfernt von brennbaren Gegenständen aufzubewahren
  • Nur vom Hersteller freigegebene Ladegeräte benutzen. Beim Laden von E-Fahrzeugen sind entsprechende Ladeeinrichtungen gemäß IEC 61851 ff. zu verwenden.
  • Zu hohe Ladespannungen und Überladung sind zu vermeiden.
  • Überwachung des Lagerbereiches durch eine geeignete Brandmeldeanlage mit Aufschaltung auf eine ständig besetzte Stelle.
  • Es wird empfohlen neue und gebrauchte Lithium-Ionen-Akkus getrennt (je Lagerebene) in einem Sicherheitsschrank mit geeigneter Feuerwiderstandsklasse aufzubewahren.
  • Umgehende fachgerechte Entsorgung defekter Li-Ionen-Akkus

Daraus ergibt sich im Fazit:
Lagern und Laden Sie Lithium-Ionen-Akkus in einem dafür vorgesehenen Sicherheitsschrank mit einer geeigneten Sicherheitsklasse (z.B. F90) bzw. nach dem vom Hersteller vorgesehenen Angaben/ Lagerungsbedingungen.

Im nächsten Beitrag werden wir sehen, welches Verhalten bei Unregelmäßigkeiten empfohlen wird.

[1] In Anlehnung an das GDV-Merkblatt zur Schadensverhüttung VdS 3103 „Lithium Batterien“

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